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Aktuelles

Wir begrüßen unser neues Teammitglied!

Wir begrüßen Carolin Griehsler herzlich in unserem Team. 

Seit Februar unterstützt uns Carolin als Psychologin in unserer Praxis.


Unser 3-jähriges Jubiläum

Am 7. März feiern wir unser 3-jähriges Jubiläum. Leider sind durch die aktuell gegebenen Umstände keine Feiern möglich. 

Wir freuen uns auf viele weitere Jahre mit unseren Klienten.


Ein Beitrag von Carolin Griehsler ...

Autismus Spektrum Störung und die Verarbeitung sozialer Informationen Betrachtet man die Autismus Spektrum Störung (ASS) auf neurologischer Ebene, sind insbesondere zwei Gehirnbereiche von Interesse: Bei der Verarbeitung von sozialer Information spielen die Amygdala und der Fusiform Gyrus eine tragende Rolle. Der Fusiform Gyrus, auch Spindelwindung genannt, stellt eine Gehirnwindung der Großhirnrinde und des Schläfenlappens dar und wird dem Temporallappen zugerechnet.

Er enthält die fusiform face area, die zur Erkennung von Gesichtern notwendig ist.
Die Amygdala ist bei ASS durchschnittlich kleiner als bei der neurotypischen Population und zeigt insgesamt weniger neuronale Verbindungen (bzw. weniger Aktivität) zu Schlüsselregionen auf, welche soziale Informationen verarbeiten. Eine geringere Anzahl von neuronalen Verbindungen in der Amygdala hat somit Einfluss auf die Entwicklung kortikaler Areale, welche die soziale Wahrnehmung im visuellen Areal vermitteln (insbesondere in der fusiform face area, sowie im ventralen Temporallappen). Je weniger Neuronen zur
Gesichtserkennung vorhanden sind, desto stärkere Defizite entstehen. Bei neurotypischen Kindern werden die Bereiche Fusiform Gyrus, Amygdala und Sulcus Temporalis superior
(oberste der drei Furchen des Temporallappens, ist an der sozialen Wahrnehmung beteiligt) bei der Reaktion auf Gesichter aktiviert. Bei autistischen Kindern sind diese Bereiche inaktiv.

Stattdessen werden Gehirnareale zur Objekterkennung verwendet, um den sozialen Stimulus (z.B. ein Gesicht) zu entschlüsseln. Dies ist der Grund, warum Kinder im autistischen Spektrum i.R. nur unwesentliche Veränderungen in der Gesichtsmuskulatur erkennen können. Der rechte Schläfenlappen verarbeitet neue soziale Stimuli und in neurotypischen Gehirnen wird dieser Prozess über die Amygdala ins Gedächtnis überführt (dies geschieht mittels Gamma Wellenband). Dadurch wird Soziales Lernen ermöglicht. 

Bei Kindern mit ASS führt ein Mangel an Gammawellen-Aktivität in Kombination mit fehlenden Aktivitäten in der Amydgala, dem Fusiform Gyrus sowie dem Sulcus Temporalis superior zur einer verminderten bzw. fehlenden Fähigkeit, soziale Erfahrungen zu generalisieren.

Dadurch können die bei diesen KlientInnen üblicherweise leicht auszulösenden Gefahrenreaktionen abgebaut werden. Dies hat in weiterer Folge einen großen Einfluss auf die Emotionsregulation sowie Emotionskontrolle und erlaubt es dem autistischen Kind, einerseits einen stärkeren Sense of Self zu entwickeln und andererseits die sozialen Beziehungen zu Anderen zu verbessern.
ILF-Neurofeedback fokussiert bei MBDDs (mental, behavioral and developmental disorders, wie z.B. ASS, ADH(S), Lern-und Intelligenzstörungen) das Training der rechten Hemisphäre, um das Level von Erregung zu beeinflussen.

Die rechte Gehirnseite ist in die Entwicklung von Selbstregulation involviert, d.h. ein Training
dieser Gehirnhälfte erlaubt eine verbesserte Emotionsregulation und Verringerung von Erregungszuständen. Um Stabilität der Gehirnfunktionen zu erhöhen, wird teilweise auch zusätzlich ein Interhemisphärisches Training (gleichzeitiges Training beider Gehirnhälften) eingesetzt. Sasu, R. (2020). Infra-Low Frequency Neurofeedback for Early Development and Childhood Emotional and
Behavioral Disorders. In: H. W. Kirk (Hrsg.), Restoring the Brain. Neurofeedback as a Integrative Approach to Health (2. Aufl., S. 179-328). New York: Taylor & Francis.


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